Wer bei der Gemeinschaft Kirchroder Kaufleute zuerst an Ladenlokale, Sitzungen und verkaufsoffene Sonntage denkt, liegt nicht völlig daneben. Besonders vollständig ist dieses Bild allerdings nicht.

Denn zur GKK gehören auch überwinternde Schmetterlinge, drei riesige Ostereier, ein Hotel voller kostümierter Kinder und Tombolalose, die dazu beitragen, Kirchrode im Advent zum Leuchten zu bringen.

Hinter vielem, was im Stadtteil inzwischen selbstverständlich wirkt, stecken überraschende Geschichten, eigenwillige Traditionen und ziemlich viel Arbeit. Zeit für 25 Fun Facts über die GKK.

1. Angefangen hat alles mit acht Mitgliedern

Als die Gemeinschaft Kirchroder Kaufleute am 28. Januar 2003 gegründet wurde, bestand sie aus gerade einmal acht Gründungsmitgliedern.

Aus dieser überschaubaren Runde entwickelte sich im Laufe der Jahre ein Netzwerk mit mehr als 60 Betrieben und Institutionen. Was klein begann, ist inzwischen eine feste Größe im Stadtteil.

2. Die GKK ist älter als so manches heutige Mitgliedsunternehmen

Seit der Gründung im Jahr 2003 hat sich Kirchrode sichtbar verändert. Unternehmen kamen hinzu, andere verschwanden, neue Angebote entstanden und ganze Straßenzüge entwickelten sich weiter.

Die GKK hat diese Veränderungen über mehr als zwei Jahrzehnte begleitet. Sie ist damit inzwischen selbst ein kleines Stück Kirchroder Geschichte. (GKK – Gemeinschaft Kirchroder Kaufleute)

3. Der Vereinsname erzählt nur die halbe Wahrheit

„Gemeinschaft Kirchroder Kaufleute“ klingt zunächst nach Einzelhandel und Ladenkassen.

Tatsächlich gehören auch Dienstleistungsunternehmen, Handwerksbetriebe, gastronomische Angebote, Vereine, Verbände und andere Institutionen dazu. Eine vollständig korrekte Bezeichnung wäre allerdings deutlich länger und vermutlich kaum noch auf ein Logo zu bekommen.

4. Das Mitgliederspektrum reicht fast durch das ganze Alphabet

Die GKK beschreibt ihre Vielfalt gern als Angebot von A wie Apotheke bis Z wie Zeitung.

Dazwischen finden sich unter anderem Gastronomie, Gesundheit, Handwerk, Hotellerie, Versicherungen, Beratung und viele weitere Dienstleistungen. Für erstaunlich viele Dinge des täglichen Lebens ist der Weg also kürzer, als man denkt.

5. Kirchrode besitzt ein eigenes kleines Zentrum namens „Dorf“

Das Kirchroder Ortszentrum wird von vielen Menschen schlicht „das Dorf“ genannt.

Das klingt gemütlicher als „Unterzentrum der Landeshauptstadt“ und beschreibt das Lebensgefühl vermutlich auch besser. Rund um die Brabeckstraße und den Großen Hillen treffen traditionelle Geschäfte, moderne Dienstleistungen, Cafés und alltägliche Besorgungen aufeinander.

6. Die Treuekarte funktioniert nicht nur in einem Geschäft

Die GKK-Treuepunkte sind als gemeinschaftliche Aktion gedacht. Gesammelt wird bei verschiedenen teilnehmenden Unternehmen, statt für jedes Geschäft eine eigene Karte mit sich herumzutragen.

Das Prinzip ist bewusst lokal: Viele kleinere Unternehmen teilen sich ein gemeinsames System. Über genaue Gegenwerte schweigen wir an dieser Stelle vorsichtshalber. Solche Dinge können sich schließlich ändern. (GKK – Gemeinschaft Kirchroder Kaufleute)

7. Die GKK war schon früh skeptisch gegenüber großen Datensammelsystemen

Das Treuepunktesystem wurde ausdrücklich als regionale Alternative zu unpersönlichen, zentral gesteuerten Bonussystemen verstanden.

Die Idee dahinter: Kundschaft belohnen, ohne daraus gleich ein möglichst umfassendes Datenprofil zu bauen. Für ein ursprünglich papierbasiertes Sammelsystem war das durchaus vorausschauend. (GKK – Gemeinschaft Kirchroder Kaufleute)

8. In Kirchrode überwintern Schmetterlinge

Die Schmetterlinge und Blumenbälle der Sommerdekoration bleiben nicht das ganze Jahr über draußen.

Im Herbst werden sie abgenommen, gereinigt und sorgfältig eingelagert. Dort verbringen sie ihren Winterschlaf, bevor sie im Frühjahr wieder über den Straßen auftauchen.

Manche Zugvögel haben vermutlich ein weniger gut organisiertes Winterquartier.

9. Straßendekoration bedeutet mehr Arbeit, als man ihr ansieht

Was später leicht und dekorativ über der Straße hängt, muss vorher vorbereitet, transportiert und montiert werden.

Im Herbst läuft das Ganze rückwärts: abhängen, prüfen, säubern, verpacken und einlagern. Stadtteilschmuck hat damit mehr mit Logistik zu tun, als der fertige Anblick vermuten lässt.

10. Zu Ostern setzt Kirchrode nicht auf kleine Lösungen

In der Brabeckstraße stehen zur Osterzeit nicht ein paar dezente Eier in Blumentöpfen. Dort tauchen gleich mehrere große Ostereier auf.

Unübersehbar, farbig und deutlich größer als alles, was in ein handelsübliches Osternest passen würde. Bei der Dekoration gilt offenbar: Wenn schon Ei, dann richtig.

11. Ein Osterei kann einen vierstelligen Wert haben

Dass solche Dekorationen keineswegs nur aus etwas Pappe und Farbe bestehen, zeigte sich besonders deutlich, als eines der großen Ostereier mutwillig beschädigt wurde. Der entstandene Schaden lag im vierstelligen Bereich. Ein ziemlich teurer Beweis dafür, wie viel Material und Arbeit in scheinbar spielerischer Stadtdekoration stecken kann.

12. Einmal im Jahr gehört ein großer Hotelsaal den Kindern

Beim Kinderkarneval im Leonardo Hotel tauscht der Veranstaltungssaal seine übliche Funktion. Statt Tagungen und Geschäftsveranstaltungen gibt es Kostüme, Musik, Tanz und Polonaisen. Ein Hotel als Karnevalsarena gehört nicht unbedingt zum üblichen Tagesgeschäft, funktioniert in Kirchrode aber schon seit vielen Jahren.

13. Die Uhrzeit 15.11 Uhr ist kein Tippfehler

Karnevalistische Veranstaltungen beginnen gern zu Zeiten mit einer Elf. Auch beim Kirchroder Kinderkarneval steht deshalb nicht einfach 15 Uhr auf dem Programm, sondern 15.11 Uhr. Wer diese Uhrzeit für einen Schreibfehler hält, hat die Bedeutung der Zahl Elf im Karneval unterschätzt.

14. Kinder haben beim Kinderkarneval die besseren Konditionen

Der Kinderkarneval ist ausdrücklich für Kinder gedacht. Entsprechend haben sie freien Eintritt, während die begleitenden Erwachsenen zahlen. Das ist eine angenehm klare Rollenverteilung: Die Hauptpersonen kommen kostenlos hinein, das Begleitpersonal übernimmt die Rechnung.

15. Karneval kennt in Kirchrode keine feste Altersgrenze

Der Kinderkarneval bringt nicht nur Kinder und Eltern zusammen. Auch Großeltern und ältere Familienmitglieder gehören zum Publikum. Damit sitzt im Saal oft eine erstaunlich breite Altersspanne. Karneval scheint generationenübergreifend zu funktionieren, solange niemand erwartet, dass alle dieselbe Musik mögen.

16. Tombolapreise führen vor ihrem Einsatz ein erstaunlich geordnetes Leben

Bevor Tombolagewinne beim Erlebnissonntag ausgegeben werden können, werden sie gesammelt, sortiert, nummeriert und verpackt. Was am Veranstaltungstag wie ein unkomplizierter Griff zum Preis aussieht, beginnt vorher mit Kartons, Listen und ziemlich viel Sortierarbeit. Die eigentliche Tombola dauert ein paar Stunden. Ihre Vorbereitung deutlich länger.

17. Ein Tombolalos kann Kirchrode heller machen

Die Erlöse der Tombola fließen in Projekte und Aktionen im Stadtteil. Dazu gehört auch die Weihnachtsbeleuchtung. Wer ein Los kauft, kann damit also nicht nur etwas gewinnen. Ein kleiner Teil des Einsatzes landet gewissermaßen später als Licht über den Kirchroder Straßen.

18. Die Weihnachtsbeleuchtung kommt nicht automatisch

Wenn im Advent die Lichter hängen, wirkt es schnell so, als gehörten sie einfach zur normalen kommunalen Ausstattung. Tatsächlich braucht es dafür Planung, Finanzierung, Unterstützung und einen fachgerechten Auf- und Abbau. Weihnachtsstimmung ist offenbar nicht nur eine Frage von Glühwein und gutem Willen.

19. Kirchrode hat einen Weihnachtswald

Rund um die Jakobikirche entsteht in der Adventszeit kein einzelner großer Weihnachtsbaum, sondern ein ganzer kleiner Wald. Schulen, Kindergärten, Vereine und Einrichtungen gestalten eigene Bäume. Dadurch sieht nicht jeder Baum gleich aus, und genau das macht den Reiz aus.

20. Weihnachtsbäume können zu Gemeinschaftsprojekten werden

Viele Kinder und Familien kommen gezielt vorbei, um den Baum ihrer Schule, ihres Kindergartens oder ihres Vereins zu entdecken.Aus einem geschmückten Baum wird so etwas Persönliches. Er ist nicht einfach Dekoration, sondern ein kleines Ausstellungsstück aus dem Stadtteil.

21. Eine Gewerbeschau ist in Kirchrode nicht nur eine Gewerbeschau

Beim Erlebnissonntag treffen sehr unterschiedliche Angebote aufeinander. Neben Unternehmen und Geschäften finden dort auch soziale Initiativen, Gesundheitsangebote, Vereine und Hilfsorganisationen Platz. Zwischen Beratung, Musik, Tombola und Mitmachaktionen lässt sich kaum sauber trennen, wo Gewerbeschau aufhört und Stadtteilfest beginnt. Vermutlich muss man das auch gar nicht.

22. Erstaunlich viele Betriebe passen in ein Hotel

Bei früheren Erlebnissonntagen haben sich mehr als 20 Betriebe und Institutionen in den Veranstaltungsräumen des Leonardo Hotels präsentiert. Aus Hotelräumen entsteht dabei ein kleiner Rundgang durch Kirchrode. Nur ohne Straßenverkehr und mit deutlich kürzeren Wegen.

23. Die GKK kann aus einer Fahrradtour eine Benefizaktion machen

Die Entdeckertour ist keine gewöhnliche Radtour von einem Startpunkt zu einem Ziel.Die Teilnehmenden fahren verschiedene Stationen an, entdecken Betriebe und Einrichtungen, lösen Aufgaben und verbinden ihre Tour mit einem guten Zweck. Bewegung, Stadtteilerkundung und Spendenaktion landen dabei in einem einzigen Format.

24. Die GKK veranstaltet auch Reisen in die Vergangenheit

Bei historischen Rundgängen geht es um alte Gebäude, frühere Geschäfte, verschwundene Orte und Geschichten aus Kirchrode. Damit richtet sich der Blick nicht nur auf das nächste Fest oder die kommende Veranstaltung. Auch die Entwicklung des Stadtteils und seine Vergangenheit gehören zum Programm.

25. Die meiste Arbeit sieht man nicht

Eine Veranstaltung dauert vielleicht einen Nachmittag. Die Vorbereitungen beginnen oft Monate vorher. Termine werden abgestimmt, Räume gesucht, Genehmigungen geklärt, Unternehmen angesprochen, Plakate gestaltet, Preise gesammelt und neue Ideen diskutiert. Manche Ideen werden umgesetzt, andere verändert und einige wieder verworfen.

Wenn bei der GKK scheinbar nichts passiert, ist die Wahrscheinlichkeit deshalb hoch, dass gerade irgendwo geplant, telefoniert, sortiert oder diskutiert wird.

Und was ist nun der eigentliche Fun Fact?

Vielleicht dieser: Viele Dinge, die einen Stadtteil freundlich, lebendig und verbunden wirken lassen, sind keineswegs selbstverständlich.Die Gemeinschaft Kirchroder Kaufleute ist deshalb weit mehr als ein Zusammenschluss örtlicher Betriebe. Sie ist ein Netzwerk, eine Veranstalterin, eine Ideensammlung und manchmal auch eine erstaunlich gut organisierte Aufbewahrungsstelle für Schmetterlinge und Rieseneier.

Und ganz ehrlich: Das ist doch wesentlich interessanter als eine weitere nüchterne Vereinsvorstellung.

Und hier ist noch die Vorschau auf das nächste kommende Ereignis: